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Ludwig Behning
Wilsters dritter Photograph
Ludwig Behning, 1876 in Neumünster geboren, genoss eine vierjährige Ausbildung bei dem bekannten Hamburger Photographen Willy Wilcke. Nach dem Militärdienst war er in Kiel, Danzig und Oldenburg als Gehilfe, Retuscheur, Operateur und zuletzt als Geschäftsführer tätig. Um sich den Traum eines eigenen Ateliers zu erfüllen, verschlug es ihn 1903 nach Wilster, wo er - zunächst als Pächter - den Photobetrieb von Carl Kuskop übernahm. Während Kuskop in seinem Stammhaus am Markt von nun an einen Buch- und Papierladen inklusive Ansichtspostkarten-Verlag unterhielt, widmete sich Ludwig Behning in dem dahinter errichteten und nur über einen schmalen Weg vom Markt zugänglichen Atelier vor allem der Portraitphotographie. Die „Photographische Anstalt“, wie Ludwig Behning seinen Betrieb nannte, war eines jener für diese Zeit typischen Ateliers, das mangels elektrischen Stroms das Tageslicht für die zu porträtierenden Personen nutzte. Seine Nordostseite war fast ganz verglast, ebenso als Oberlicht die Hälfte des Daches. Zur Abstimmung des Tageslichts diente eine ausgetüftelte Vorrichtung an Vorhängen und Gardinen, die je nach Bedarf auf- und zugezogen werden konnte. Als Kamera nutzte der Neu-Wilsteraner ein in erstklassiger Tischlerarbeit angefertigtes Spezialmodell mit modernem Grundner-Verschluss, das ihm das bis dahin übliche und zuweilen lästige Hantieren mit dem Objektivdeckel ersparte und hervorragende Aufnahmen bis zur Plattengröße von 18x24 cm ermöglichte.



  • Die Geschäfte liefen gut und er entschloss sich, in Wilster sesshaft zu werden. Um seine Pläne zu verwirklichen, kaufte er 1907 das bislang nur gepachtete Atelier samt Grundstück und heiratete die Wilsteranerin Luise Jurczyk. 1909 kam Sohn Werner zur Welt. Dem Familienglück bereitete der ausbrechende 1. Weltkrieg 1914 ein jähes Ende. Ludwig Behning wurde eingezogen und der Betrieb vorläufig eingestellt. Erst Anfang 1919 konnte er die Tore seiner „Photographischen Anstalt“ wieder öffnen. Neben seinem Hauptbroterwerb, der Portraitphotographie, gehörten auch Häuser- und vereinzelte Industrieaufnahmen zu seinen Einnahmequellen. Daneben photographierte Ludwig Behning natürlich auch in seiner Freizeit. Einiger dieser Bilder sind in diesem Kalender verewigt. Ludwig Behning starb 1951.





    Ludwig Behnings „Photographische Anstalt“. Diese Aufnahme von 1923 zeigt die zum Gruppenphoto versammelte Kindergilde auf dem Vorplatz zwischen ehemaligem Arbeitsamt, der alten Turnhalle am Markt und dem Photobetrieb Behning.